Beiträge von Reitbegleitspitz

    Danke für den interessanten Einblick in die Spitz-Seele! So ähnlich, wie Du Deinen Charlie beschreibst, ist übrigens mein Pferd drauf (Araber - der bemerkt und kommentiert auch alles, was ihn stört und wo andere Pferde einfach stoisch dran vorbeitraben). Mit zwei solch speziellen Gesellen draußen unterwegs zu sein, könnte witzig werden - aber immerhin passen sie dann zusammen und können gemeinsam alles doof finden, was "hier nicht hingehört". :-)


    Eigentlich mag ich ja so reaktive Tiere. Ob mir das beim Spitz dann allerdings doch etwas zu heftig ist, muss ich wohl mal sehen, wenn ich die Hunde mal live erlebe. Dass die weißen Großspitze etwas "entspannter" sein sollen als die schwarzen "Weinbergwächter", hatte ich auch schon gelesen. Die am nächsten gelegenen Züchter hier haben sowieso weiße Großspitze und ich freue mich schon drauf, die mal kennenzulernen.


    Die Reitbegleithund-Sache - durch die regelmäßigen Schrittpausen und die mal langsameren, mal flotteren Trab- und Galoppstrecken ist das Tempo beim Reiten ja weniger gleichmäßig als beim Joggen oder Radeln, d.h. da ist für die Hunde auch durchaus "Schnüffelzeit" drin, und sie haben dabei auch regelmäßige Ansprache, weil man sie ja je nach Weg, Tempo und Begegnungen mal weiter weg lassen kann und mal nah ans Pferd holen muss. Da werde ich ja aber sowieso erst nach einiger Zeit merken, ob meinem zukünftigen Hund das auf Dauer Spaß macht. Wenn das dann eben nicht geht, muss ich halt eine andere Lösung finden, klar (konkret müsste ich dann zumindest die langen Runden so legen, dass der Hund in der Zeit bei Mann oder Kindern bleiben kann - geht sicher auch, auch wenn es natürlich nicht die Idealvorstellung ist).

    Hallo Silke,


    Danke für die ausführliche Antwort!


    Zu unserer Hundeerfahrung: mein Mann ist mit Hunden aufgewachsen, ich hatte noch keinen eigenen Hund. Ich hatte schon mal übers Wochenende Hunde von Bekannten und den aktuellen Hund der Schwiegermutter in Pflege, aber das ist ja nicht annähernd das Gleiche.


    Ich würde daher zumindest im ersten Jahr regelmäßig die Hundeschule besuchen, denn ich befürchte, dass mein Mann bei der Hundeerziehung eher nach seinem Vater kommt (der immer recht chaotische Hunde hatte, die nicht sonderlich viel Erziehung genossen haben) und nicht so sehr nach seiner Mutter (deren Hunde für meine Begriffe sehr angenehme Begleiter sind, weil sie eben gut erzogen sind).


    Dass das mit dem Reitbegleithund ein längeres Projekt wird, bis ein junger Hund da erstmal körperlich reif und fit genug für längere Strecken ist, und dass dann auch noch viel Ausbildung nötig ist, bis er wirklich mal am Pferd zuverlässig mitläuft, ist mir klar. Ich habe bei Reiterkolleginnen die Reitbegleithund-Ausbildung ihrer jeweiligen Hunde mitbekommen, und kann mir daher in etwa vorstellen, was da auf mich zukäme (je nach Hund dauert sowas auch schon mal locker 2-3 Jahre, bis es richtig gut klappt...). Ausritte mit Hund finde ich aber so toll, dass mir das den Aufwand wert wäre (und Reiter sind in der Hinsicht Kummer gewohnt, bei der Pferdeausbildung geht man auch immer von mehreren Jahren aus, bis auch nur die Basics wirklich gut sitzen). Aber die Reitbegleithunde, die ich so kenne, sind eben tatsächlich meist entweder Hüte- oder Jagdhunde, wobei ich auch schon in Begleitung von Islandspitzen geritten bin.


    Gassigehen mit Kindern ist ein Punkt, den ich nicht bedacht habe - aber andererseits sehe ich hier viele Nachbarskinder alleine mit ihren Hunden spazieren gehen, und mit dann 12 und 14 (wenn wir nächstes Jahr einen Welpen/Junghund haben sollten) halte ich meine Kinder da durchaus für vernünftig und auch stark genug. Aber da habe ich vielleicht eine etwas verschobene Wahrnehmung, dass ein Kind, das mein 500kg-Pferd souverän führt, wohl doch auch mit so einem Hundchen klarkommen wird. Meine eigenen Kindheitserinnerungen sind halt auch, dass wir damals auch schon deutlich jünger mit den Nachbarshunden alleine um den Block laufen durften, aber das waren natürlich andere Zeiten. :-)


    Dein Ridgeback-Erlebnis klingt allerdings heftig - da kann der eigene Hund ja auch noch so gut erzogen sein, das hilft dann auch nicht, und einem Ridgeback hätte ich auch nicht viel entgegenzusetzen.


    Tja, und das Wachen - da weiß ich ehrlich gesagt selber gerade nicht so recht, mit "wie viel Wachhund" ich mich auf Dauer arrangieren könnte, und ob das dann nicht das Kriterium ist, das den Spitz für uns doch ausschließt. In 4 Wochen treffe ich mich mal mit einer Großspitz-Züchterin hier in der Nähe, um ihre Hunde einfach mal zu erleben und zu sehen, wie die so mit uns Fremden sind. Da wäre so meine Idealvorstellung "Hund meldet Besucher und lässt sich dann auf seinen Platz schicken, von wo aus er die Besucher erstmal ignoriert (und dann vielleicht später auftaut)". Ich bin mal gespannt, wie das dann tatsächlich abläuft.


    Wie reagiert Dein Spitz draußen auf fremde Menschen? Sind sie ihm außerhalb seines Hauses/Gartens "egal", oder hat er auch da eine "feste Meinung" und macht es deutlich, wenn er jemand nicht leiden kann? Lässt er sich dann (kläffend? knurrend?) auch ohne Leine vorbei führen, oder musst Du ihn dann anleinen?


    Viele Grüße,


    Jana

    Hallo,


    wir sind eine vierköpfige Familie und suchen einen Hund. Ich schreibe mal auf, was wir dem Hund "bieten" würden und was unsere Vorstellungen sind - denn ich bin mir derzeit nicht sicher, ob ein Mittelspitz wirklich zu uns passen würde.


    Wir wohnen ländlich, (gemietetes) Haus mit großem Garten, Hundehaltung erlaubt. Jeden Tag arbeitet mindestens ein Erwachsener von zu Hause aus, Grünes Spaziergelände direkt vor der Haustür, und wir sind alle recht aktiv und gerne draußen unterwegs. Eine Hundetrainerin gibt's im Ort


    Ich hätte gerne vor allem einen ausdauernden Reitbegleithund, der Strecken zwischen 10 und 30km neben meinem flotten Araberwallach mitläuft, auch im Wald, d.h. ohne Leine gut abrufbar. Ansonsten hätte ich gerne einen grundsätzlich freundlichen Hund - er muss nicht jedem Menschen freudestrahlend um den Hals fallen, aber er soll bitte unterwegs keine Fremden ankläffen und anknurren, sondern möglichst einfach ruhig und unauffällig "dabei" sein können. Mein Hauptverkehrsmittel ist das Fahrrad, d.h. ich müsste den Hund im Fahrradkorb oder in einem Anhänger am Fahrrad transportieren können. (Natürlich kann er auch mal neben dem Rad mitlaufen, wenn die Wege geeignet sind, aber im Straßenverkehr ist mir das zu gefährlich.) Da ich Hühner halte, muss der Hund die im Garten möglichst in Ruhe lassen - und er darf gerne Fremde und Besucher melden, aber sollte weder den Postboten zerfleischen, noch die Freunde meiner Kinder verschrecken.


    Mein Mann hätte gerne einen "witzigen" Hund (er ist mit Dackeln aufgewachsen und findet die insgeheim immer noch am allertollsten), der Haus und Garten auch gerne etwas "bewachen" sollte und melden soll, wenn jemand Fremdes kommt.


    Mein Sohn, 13, will einen "freundlichen Sofa-Kuschler", der zu Hause entspannt chillt und sich gerne streicheln lässt.


    Meine Tochter, 11, will einen "flauschigen und gelehrigen" Hund, mit dem sie spazieren gehen und etwas unternehmen (Tricks, Agility, ...) kann, aber der ihren Freundinnen und anderen Hunden gegenüber nicht aggressiv ist.


    Nachdem ich meine Vorurteile, dass Spitze "hysterische Kläffer und aggressive Wadenbeißer" seien, mal beiseite geschoben habe, scheint da ein Mittelspitz (oder auch ein Großspitz?) ganz gut zu uns zu passen - hübsch sind sie ja, ausdauernd sollen sie auch sein, der geringe Jagdtrieb wäre für uns ideal, und anscheinend kann man sie auch erziehen, dass sie nicht Dauerkläffen, sondern eben wirklich nur kurz "melden", wenn etwas los ist.


    Ein paar Fragen bleiben aber: schafft so ein kleines Plüschknäuel das wirklich, regelmäßig stundenlang am Pferd mitzulaufen? 30km-Touren wären eher die Ausnahme (ca alle 14 Tage mal), aber 10-15km in 1,5h müsste das Spitzchen schon ein paarmal pro Woche gehen. Andererseits sind z.B. Jack Russell auch nicht größer und laufen auch sehr ausdauernd.


    Kann ein Spitz von vier Personen "betreut" werden? Wir würden uns das Gassi gehen und allgemein den Alltag mit dem Hund schon gerne auf alle vier Familienmitglieder aufteilen, auch wenn die meiste Arbeit sicher an mir hängen bleibt. Wird so ein "Einmannhund" damit glücklich, wenn die "Hauptbezugsperson" auch immer mal weg ist und er mit den "anderen Rudelmitgliedern" klarkommen muss?